Es werde Licht!

Menschengruppe mit 2 Taschenlampen, die überkreuz in den Sternenhimmel strahlenSchon wieder ein Beitrag über Licht! Diesen Titel habe ich schon zweimal verwendet, aber er ist ja auch zu schön :-)

Den Fortschritt der technischen Entwicklung kann man am leichtesten anhand der Zahlen nachvollziehen. Gab es seinerzeit Computer mit 1 MHz Taktfrequenz, so reden wir heute von einigen GHz. Aus 640×480 Pixeln Bildschirmauflösung wurden mindestens 1920×1080 Pixel („Full HD“)! Was uns heute völlig normal vorkommt, wäre damals, als der IBM-PC auf den Markt kam, hoffnungslos utopisch erschienen.

Worum geht es hier?

Vergangenheit

Genau so war und ist es mit Taschenlampen. Als Jugendlicher las ich gerne die Taschenbücher über den französischen Geheimagenten „Lennet“ (Amazon-Link). Neben den schwierigen Situationen, die er erlebte, wurden auch immer wieder interessante technische Spielereien beschrieben, die er in Ausübung seiner Pflicht mit sich führte. Man könnte sagen, Lennet war ein James Bond für Kinder. Eines dieser Gadgets war eine winzige Lampe, die als „Stablampe am Schlüsselbund“ beschrieben wurde. Sie war angeblich in der Lage, den Hauptraum einer Kirche auszuleuchten – eine faszinierende Fantasie, aber für damalige Verhältnisse unerreicht. Es hatte gerade mal die ersten Schlüsselring-Leuchten gegeben, und von solchen Lichtmengen wie in dem Roman war man eine Million Meilen entfernt.

Meine erste Maglite hatte mich beeindruckt, weil sie nicht nur extrem robust, sondern auch hell war, und sie hatte einen einstellbaren Lichtkegel. Viele Jahre später kaufte ich mir dann eine LED-Lenser. Auch diese hatte einen einstellbaren Lichtkegel, jedoch werkelte im Innern keine Glühbirne mehr, sondern eine LED. Mit ihren 225 Lumen konnte sie sich durchaus schon sehen lassen, und der fokussierte Lichtkegel reichte bis weit in die Ferne (laut Datenblatt bis 280 m). In der anderen Einstellung wurde das Licht auf eine größere Fläche verteilt, was im Nahbereich vorteilhaft ist. Der einzige Nachteil ist ihre Größe. Zwar gab es damals auch die kleinere M7, aber mir kam es eher auf die Ausleuchtung (siehe Alternatives Fotolicht) als auf die Tragbarkeit an.

Meine LED-Lenser ist nun fast genau 9 Jahre alt. Einmal musste ich sie inzwischen einschicken, da der Schalter leider nicht mehr zuverlässig funktioniert hat. Dank der langjährigen Garantiezusagen erfolgte der Austausch problemlos.

Gegenwart

Was damals noch wie ein Märchen klang, ist heute fast Wirklichkeit geworden. Heutige Lampen für den Schlüsselring wie z.B. die OLight i1R2 sind für die Größe bereits beeindruckend hell (150 Lumen), und die Marauder 2 ist mit 14000 Lumen von „Kathedrale ausleuchten“ nicht mehr weit entfernt.

In der Zwischenzeit kam eine kleine ThruNite hinzu. Die T10 (ich habe sie inzwischen weiterverschenkt) war eine sehr praktische EDC-Lampe, die mit einem 14500er Akku oder einer AA-Batterie betrieben werden kann. Einzig der in der Dunkelheit nicht ertastbare Taster hatte mich gestört – ein Widerspruch in sich, oder?

Meine zweite ThruNite (TC15) hatte leider das gleiche Problem, war jedoch größer und heller, und sie konnte direkt mit einem USB-Ladekabel geladen werden, ohne den Akku herauszunehmen und ohne ein separates Ladegerät zu benutzen. Doch deren Taster hatte nach etwa einem halben Jahr der Benutzung Ausfallerscheinungen (siehe Aussetzer), weshalb ich sie reklamiert habe. Überdies war er ebenso schlecht zu ertasten.

Und nun kommt Nummer 3. Diesmal ist es eine NexTorch TA15 v2.0. Diese Lampe ist ein wahrer Tausendsassa in puncto Stromversorgung. Sie „frisst“ mit AA, AAA, 14500, C123A und 16340 tatsächlich 5 verschiedene Baugrößen an Batterien oder Akkus, und das ohne besonderen Adapter. Mit maximal 700 Lumen ist sie dreimal so hell, kleiner, leichter und vor allem robuster als die zuvor beschriebene M14, aber es sind auch fast 10 Jahre vergangen seit damals. Und sie ist bis 2 m Tiefe wasserdicht! Die weiteren Vorteile werde ich später in einem separaten Artikel schildern.

Zukunft

Die 700 Lumen sind keineswegs alles, was heutige Lampen zuwege bringen, jedoch ist die Grenze mit den kleinen Akkus damit langsam erreicht. Andere Lampen schaffen im Turbo-Modus durchaus mehr, aber dies nicht für lange, da die Hitzeentwicklung dann problematisch wird.

Die Maglite habe ich heute noch, und sie funktioniert immer noch mit der ersten Birne. Auch die Led-Lenser funktioniert noch (wieder). So schlecht kann das also nicht gewesen sein, was man damals gebaut hat. Ich bin gespannt, wie lange die TA15 hält und wohin die Reise in Zukunft noch geht.

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