Es werde Licht!

Mir ist langweilig. Das Wetter ist nicht so dolle, und außerdem ist da noch das neue Spielzeug, das meiner Aufmerksamkeit bedarf: Die LED-Lenser M14. Einen umfangreichen Test wollte ich nicht machen, den habe ich bereits bei Walter Demtröders „Taschenlampen-Tests“ gefunden und noch dazu viel besser, als ich es könnte, da ich leider nicht über ein Luxmeter verfüge. Daher habe ich mich darauf beschränkt, die Lichtprogramme auszuprobieren. Besonders hat mich dabei interessiert, ob die Beschreibung den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.

Testanordnung

Ein Fotofreund schrieb nämlich, die Lampe sei wohl recht kompliziert. Ein Händler, der sie ihm vorführen sollte, habe eine Stunde damit zugebracht, die Bedienung zu verstehen. Das hat mich natürlich aufmerksam gemacht! Wie kann eine „Taschenlampe“ so eine komplizierte Bedienung haben?

Die Beschreibung ist recht ausführlich und unterscheidet zunächst zwischen zwei Energiemodi und drei Lichtprogrammen. Diese schaltet man um (manche sagen dazu „programmieren“), indem man den einzigen vorhandenen Knopf in einem bestimmten Rhythmus betätigt. Die Lampe bestätigt die neue Einstellung dann mit einem spezifischen Lichtsignal. Ein Computer hat mehr Knöpfe, und den verstehe ich auch, also wo ist das Problem?

Zunächst mal zur Bedienung über den einzigen Knopf. Bei ausgeschalteter Lampe …

  • 8x antippen, 1x durchdrücken: Energieprogramm wechseln („constant current“, „energy saving“)
  • 4x antippen, 1x durchdrücken: Lichtprogramm wechseln („professional“, „easy“, „defence“)

Das war’s. Ist das wirklich so schwer?

Helligkeitsmessung

Wie gesagt habe ich kein Luxmeter, aber ich habe eine Digitalcamera mit einem Belichtungsmesser. Diese habe ich auf ein Stativ gesetzt, eine feste ISO-Zahl und Blende gewählt und die Lampe auf den Blitzschuh gelegt („Testanordnung“ siehe Foto). Das ist für den Fotografierbetrieb zwar zu wackelig, aber für den Test reicht es aus. Die M14 habe ich auf „defokussiert“ gestellt (also breiteste Streuung des Lichtkegels) und das Zoomobjektiv der Camera so eingestellt, dass es den mittleren Bereich der angestrahlten Wand erfasst. Die absoluten Werte interessieren hierbei nicht, es geht nur um das Verhältnis der Helligkeit zur Anfangshelligkeit, das ich ermittle, indem ich die Belichtungszeit ablese.

Nach drei Stunden habe ich die Tests dann jeweils abgebrochen. Angeblich soll die Lampe über 90 Stunden am Stück Licht geben, aber das war mir dann doch zu aufwändig 🙂

Ich habe die beschriebenen und gemessenen Zahlen in LibreOffice eingetippt und daraus die unten gezeigten Kurven erstellt. Jeder Punkt stellt eine Ablesung dar. Da gibt’s schon sichtbare Unterschiede zu dem Beiblatt aus dem Karton der Lampe. Die blaue Linie ist entsprechend der Beschreibung erstellt, die rote zeigt meine gemessenen Werte.

Die Aussage aus der Beschreibung, in beiden Lichtprogrammen würde die Reduzierung gleichermaßen erfolgen, scheint mir so nicht haltbar. Richtig ist aber wohl die Reduzierung des Ausgangswertes nach wenigen Minuten, was dem menschlichen Auge angemessen sein mag. Die fehlende weitere Reduzierung sehe ich inzwischen weniger als Problem an, da im Modus „professional“ man die Helligkeit ja von Hand individuell einstellen kann.

 

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