Hinter den Kulissen

Fragen stellt man sich so einige, wenn man die documenta besucht. Nicht nur Fragen zu den Kunstwerken, sondern auch zu den Hintergründen. Wer zum Beispiel sorgt dafür, dass die „Armee“ immer wieder bewegt wird, oder dass um Massimo Bartolinis „Wave“ Abends ein Bauzaun errichtet wird, damit niemand im Dunkeln hineinfällt?

Nun, diese beiden Fragen könnte ich inzwischen klären, wenn ich zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Leuten gesprochen hätte. Dabei ist es mir aber gar nicht wichtig, wer das macht, sondern in erster Linie dass es gemacht wird. Was also wird sonst noch getan, wenn der gemeine Besucher längst bei seinem Bier oder Wein sitzt und den Tag Revue passieren lässt? Dieser Artikel kann nicht alle Fragen beantworten, aber eine Menge Fragen stellen 🙂

„Wurde den Künstlern vorgegeben, welche Werke sie auszustellen haben?“ wurde ein dTours-Führer gefragt. Nein, sagte er. Carolyn Christov-Bakargiev habe den Künstlern einige Ideen präsentiert und Orte gezeigt (z.B. Breitenau) und dann die Frage gestellt, was könnt Ihr daraus machen? So sind viele der Werke für die documenta entstanden. Es ist nichts Vorgefertigtes genommen worden.

Wer schaltet den Strom an, der Abends Song Dongs „Doing Nothing Garden“ illuminiert? Ist es des Künstlers eigene Hand, die den entscheidenden Kick gibt, womöglich begleitet von einem donnernden „Es werde Licht!“? Wie wird verhindert, dass sich Nachts jemand in den unsichtbaren Netzen des „Scaffold“ verfängt und sich erhängt?

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