Digitales Wandertagebuch

Während einer Wanderung finden sich manchmal die erstaunlichsten Dinge, und man möchte sie vielleicht für die Nachwelt (oder die abschließende Multimedia-Schau) festhalten. Dazu ist es notwendig, sich vorher ein paar Gedanken zu machen.

Das Blümchen am Wegesrand, der durch’s Bild hoppelnde Hase, das scheue Reh auf der anderen Seite der Wiese, oder einfach nur die Weite der Natur oder der schöne Ausblick – das alles sind Dinge, die wir gern konservieren möchten. Denn auch wenn die Wanderung längst vorbei ist, die Erinnerung bleibt uns. Wichtig ist dabei meiner Ansicht nach, dass dieses Konservieren nicht zu aufwändig ist. Das Notebook oder Tablet auspacken, aufklappen, einschalten, das Notizprogramm starten, eine Notiz anlegen dauert eine Weile. Bis dahin habe ich längst vergessen, was ich eigentlich notieren wollte. Aber beginnen wir am Anfang.

Zunächst möchte ich wissen, wo ich überhaupt gewesen bin. Dazu ist eine GPS-Aufzeichnung hilfreich, z.B. mit dem Garmin eTrex touch 35. Die Aufzeichnung starten wir, wenn es los geht. Das Gerät kümmert sich dann automatisch darum, ab und zu einen Trackpoint zu speichern. Die Aufzeichnung eines Tracks erfolgt natürlich nicht kontinuierlich, sondern punktweise. Je nach Einstellung wird alle paar Meter oder Sekunden ein Trackpoint gespeichert. Damit ist schon mal eine Menge Arbeit gespart. Später kann dieser sog. GPX-Track dann mit geeigneten Programmen in einer Landkarte sichtbar gemacht werden, wie hier mit den kostenlosen „GPX-Viewer“ unter Ubuntu.

Neben den automatisch aufgezeichneten Trackpunkten können wir aber jederzeit besondere Positionen speichern lassen, die dann „Wegpunkte“ genannt werden. Auf dem Garmin bekommen diese automatisch eine fortlaufende Nummer. Zwar kann man sowohl den Namen als auch das Symbol und die Beschreibung eines Wegunktes sofort verändern, aber das ist während der Wanderung und vor allem auf dem Touchscreen etwas mühsam. Dann kann es hilfreich sein, einen Zettel oder ein Diktiergerät zur Hand zu haben, wo die Wepunktnummer und notizwürdige Erläuterungen erfasst werden. So lässt sich später am PC alles zusammenführen.

An Stelle von Zettel und Stift kann uns ein separates Audio-Aufzeichnungsgerät wie z.B. das relativ günstige Tascam DR-05 dabei helfen. Zusätzlich lässt sich damit Originalton festhalten, seien es besondere Vogelstimmen oder das Rauschen des Wasserfalles.

Eine Alternative zu Garmin und Tascam ist ein Smartphone. Diese Geräte verfügen inzwischen ebenfalls über GPS. Eine entsprechende App vorausgesetzt lässt sich damit ebenfalls der Track aufzeichnen. Mit der integrierten Camera kann die GPS-Position bei entsprechender Einstellung zusätzlich in jedes Foto (jedoch meines Wissens nicht in Videos) geschrieben werden. Findet man eine erinnerungswürdige Stelle, macht man ein schnelles Handyfoto und hat Bild und Wegpunkt in einem aufgezeichnet. Eine weitere App kann eine Audio-Aufzeichnung vornehmen. Allerdings sollten wir den Akku im Blick und eine Powerbank bereit halten, denn bei der dauerhaften Belastung kann es sein, dass die Kapazität schnell erschöpft ist.

Außerdem ist die Qualität vielleicht besser, wenn wir spezialisierte Geräte verwenden, zum Beispiel für gute und durchdachte Fotos doch lieber eine „richtige“ Digitalcamera, evtl. sogar mit einem tragbaren Stativ. Letzteres wird besonders bei Videoaufnahmen hilfreich sein.

Auch wenn die große Camera direkt keine GPS-Koordinaten in das Foto schreiben kann, lässt sich dies nachträglich mit dem Computer erledigen. Denn nun haben wir alles, was wir brauchen:

  • GPS-Track unserer Wanderung mit Datum/Uhrzeit und GPS-Positionen
  • Handyfotos jeweils ebenfalls mit Datum/Uhrzeit und GPS-Position
  • Digitalfotos von der Großen mit Datum/Uhrzeit
  • O-Ton und Sprachaufzeichnung mit Datum/Uhrzeit

Wir sehen, es gibt nun alle Möglichkeiten, die verschiedenen Daten zusammenzuführen, entweder über die GPS-Position oder über Datum und Uhrzeit.

Vor Beginn der Aktion müssen wir allerdings darauf achten, dass alle Geräte die gleiche Zeit anzeigen und frische Batterien oder aufgeladene Akkus haben. Dann steht der erfolgreichen Multimedia-Schau nach der Wanderung nichts mehr im Wege – nur noch ein „bisschen“ Arbeit mit dem Schnittprogramm :-)