Gedanken zur Nikon D750

Ich habe mich jetzt einige Tage durch alle Texte und Links durchgewühlt, die ich von euch in den letzten Wochen zur neuen Nikon D750 bekommen habe. Auch die wenigen Informationen meines Besuches der Photokina fließen hier mit ein.

Einig sind sich zumindest alle, die mehr geschrieben haben als in den Pressemitteilungen steht, dass man viel Camera für das Geld bekommt, will heißen, der Preis erscheint angemessen (Body ca. 2.150 € zu Anfang).

Erwartungen

Als gestandener D70-Besitzer erhoffte ich mir zumindest eine Neuerung, die ich damals leider verpasst habe, da ich ein paar Monate vor der D70s zugeschlagen habe: Den elektrischen Fernauslöser. Diese Erwartung ist eingetroffen.

Auch den Stand der Technik sollte meine neue Camera widerspiegeln, was sicher keine überzogene Erwartung ist. Darin sehe ich Smartphone- und Tabletanbindung ebenso wie Full-HD-Videos. In Verbindung mit letzerem ist unweigerlich auch Live-View notwendig, denn bei einer Spiegelreflexcamera hätte ich sonst keine Chance zu Filmen. Beides schafft die D750 laut dem Handbuch mit Leichtigkeit.

Ich möchte natürlich mein gesamtes Equipment weiterverwenden, das ich für die D70 angeschafft habe. Darunter ist auch ein DX-Objektiv und ein Systemblitzgerät. Auch dies ist laut Messeinfo gegeben, wobei bei einem DX-Objektiv die nutzbare Pixelzahl reduziert ist. Ein DX-Objektiv ist bei Nikon eines, das nur für einen APS-C-Sensor gerechnet ist, wie ihn z.B. die D70 hat. Physikalisch bedeutet das, dass der Bildkreis das Vollformat nicht vollständig ausleuchten kann. Durch das Verhältnis des APS-C-Sensors zum Vollformatsensor (ein solcher misst etwa 24×36 mm, die Größe des früheren Kleinbildnegativs) ergibt sich der Crop-Faktor von 1,5 bei Nikon (1,6 bei Canon und 2,0 bei Olympus Four-Thirds). Mit dem Verlängerungsfaktor von 1,5 erhält man mit einem 50-mm-Objektiv einen Bildausschnitt, der dem eines 75-mm-Objektives bei Kleinbildfilm entspricht. Die physikalische Brennweite des Objektivs ändert sich natürlich nicht, egal an welcher Camera es betrieben wird!

Weiter zu meinen Wünschen: Ein älteres 600-mm-Spiegeltele, das ich an meiner Canon A-1 betrieben hatte, würde ich auch gern wieder verwenden. Dieses hat eine feste Blendenöffnung. Leider konnte die D70 keine Arbeitsblendenmessung vornehmen, so dass ich mich auch nicht um einen Adapter gekümmert habe. Arbeitsblendenmessung bedeutet quasi das Hinnehmen des Lichtes, das durch das Objektiv kommt, um dann mit reiner Zeitautomatik zu arbeiten.

Die ISO-Zahl hat sich bei vielen Cameras inzwischen auch deutlich zu höherer Empfindlichkeit entwickelt. Meine D70 mit maximal ISO 1600 rauscht bei dieser Einstellung schon so stark, dass die Bilder im Grunde kaum verwendbar sind. Bei der D750 wird ein Bereich von ISO 50 bis 51.200 angegeben.

Knackpunkte waren für mich ferner die Themen „WiFi“ (WLAN) und GPS. Zum Thema WLAN gab es kontroverse Veröffentlichungen, die zunächst den Charakter der Katastrophenmeldung hatten: „D750 verschickt die Bilder in alle Welt“ und so ähnlich. Gemeint war, wie sich nach einiger Zeit herausstellte, dass die Voreinstellung des WLAN-Moduls kein Passwort hatte. So hätte sich in der Tat jeder, der es wollte, mit der Camera verbinden und in Echtzeit meine Fotos herunterladen können. Doch dann stellte sich heraus, dass man dieses Manko umgehen kann, indem man einfach ein Passwort einrichtet. Hier muss man allerdings bemängeln, dass Nikon nicht so vorgegangen ist wie die Hersteller von DSL-Modems oder Wifi-Hotspots. Diese haben initial ein Werkspasswort, dass oft sogar individuell festgelegt und auf dem Gerät aufgedruckt ist. Somit gibt es keinen Standardzugang. Es versteht sich natürlich von selbst, dass man auch diese Passwörter ändern sollte, wodurch das „Problem“ der D750 im Grunde gar nicht mehr so groß ist.

Ein GPS-Modul enthält die D750 leider nicht. Also werde ich auch wie bisher immer einen GPS-Empfänger mitlaufen lassen und hinterher die Datenbestände zusammenfügen müssen.

… größtenteils erfüllt

Um es kurz zu machen: Die D750 kann fast alles, was ich mir gewünscht habe, und bei den übrigen Themen besteht noch Hoffnung.

Das Gesamtbild ist also durchaus positiv, und die wenigen negativen Aspekte konnten durch Hintergrundinformationen ebenfalls aufgelöst werden. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wann kauft man?

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