Schubladendenken

Das Leben erscheint leichter, wenn man für alles eine Schublade hat. Große Hunde sind böse Beißer, kleine hingegen Kläffer oder Fußhupen, Mercedesfahrer rücksichtslose Arschlöcher, Radfahrer arrogante Regelverweigerer, andersdenkende sind nazi, aber ich doch nicht! Sorry für diese Aussagen, ich sehe das nicht so. Aber so einfach scheint es, wenn man mit anderen Menschen redet. Doch so einfach ist es oft nicht.

Vielleicht brauchen wir öfters solche kurzen und knappen Erläuterungen, wie sie Hans Evers in seinem (nicht mehr ganz) neuen Youtube-Kanal Jules Hundeschule anbietet. Er spricht über Hunde, über Hundeerziehung und natürlich auch über die Menschen, „das andere Ende der Leine“, wie es so schon heißt. Das ist nötig, denn auch über Hunde gibt es genügend Vorurteile. Die einen vermenschlichen ihre Vierbeiner, die anderen sehen sie als Sache an. Ist das Meerschweinchen krank, wird es eingeschläfert, was nur ein Euphemismus für „getötet“ ist, denn ein neues ist billiger als die Tierarztrechnung für das alte – und süßer obendrein.

Auch der Kommentar aus der Küche ist übrigens sehenswert, auch wenn es dort gerade eine längere Pause gibt. Es hat anscheinend einen Übergang von der Küche in’s auf die Couch gegeben :-)

Apropos Pause: Wie so viele meiner Artikel blieb auch dieser lange Zeit im Entwurfsordner liegen. Spontan angefangen, dann vergessen. Whisky und Wein reifen während der Lagerung, der Artikel im Internet leider nicht. Doch manchmal reift auch der Artikel, und zwar in meinem Kopf, und das ist gar nicht so selten. Oder ich komme nach längerer Pause auf ganz neue Ideen, das ursprüngliche Thema weiterzuführen oder sogar zu erweitern. Vielleicht ist das auch eine gute Überleitung zu dem Thema, mit dem dieser kurze Artikel begonnen hat. Denn „den eigenen Horizont erweitern“ ist eine Empfehlung, den man gerne mal anderen Leuten gibt. Aber wie oft versuchen wir das bei uns selbst?