Man begegnet sich immer zweimal

„Man begegnet sich immer zweimal“ lautet ein bekannter Spruch. Gemeint ist vermutlich „das erste und das letzte mal“, aber im Grunde ist das natürlich Quatsch. Denn dazwischen können viele verschiedene Begegnungen liegen, und oft sind es keineswegs nur zwei.

Es war einmal vor langer Zeit …

… in einer weit weit entfernten Fotocommunity …

Da gab es mehrere Leute, die sich recht gut verstanden. Einige davon bewerteten sich gegenseitig mit Sternen, was eine Art virtuellen Kompliments darstellt. Im Gegensatz zum echten (ausgesprochenen) Kompliment muss sich der Komplimenteur keineswegs irgendwelche schönen Worte ausdenken. Ein Klick und der Käse ist gegessen.

In einer anderen Fotocommunity, noch viel weiter entfernt, gab es dafür eine Galerie. Dort hinein wurden „die besten Fotos“ per Abstimmung gewählt, wobei es nicht unüblich war, dass der Abstimmung massenweise „PMs“ (private Mitteilungen) vorausgingen, die ein bestimmtes Foto bewarben, damit es möglichst hoch im Ranking steige.

An diese Zeit musste ich denken, als ich durch Zufall auf eine Website stieß, die mich spontan an damals erinnert hat. Nicht wegen der Verhaltensmuster, sondern wegen des Namens. Denn „Herrn und Frau K.“ kannte irgendwie jeder.  Der Titel der Website, „Massenbelichtungswaffen“ (betrieben von Herrn K.), ist nicht nur sprachlich ausgesprochen witzig und eloquent, sondern weist auch fotografisch interessante Sichtweisen auf. Anders, ungewöhnlich. Oder sollte ich sagen: Außergewöhnlich? Das ist natürlich alles Geschmackssache.

Leider musste ich sogleich feststellen, dass die Website (nicht jedoch deren Betreiber) offenbar ihre aktive Zeit bereits hinter sich lassen musste. Der letzte Artikel All Change liegt nun auch schon mehr als ein halbes Jahr zurück und dokumentiert überdeutlich die Enttäuschung von Herrn K. Die Erklärung dort und auf der Nachfolgeseite (ein Gemeinschaftsunternehmen der beiden Ks), aus der das folgende Zitat stammt, lässt erahnen, was ich über den Frust über sich nicht fotografieren lassende Menschen zu Beginn dieses Blogs schrieb.

Das (Anm. d. Red.: Menschen zu fotografieren) machte uns lange Jahre über irrsinnig viel Spaß, aber dann wurde es immer mühseliger, und irgendwann haben wir es frustriert aufgegeben. Aufgegeben, weil wir einfach keinen Bock mehr hatten, den ganzen lieben langen Tag Menschen auf Knien anzuflehen, schöne Fotos von ihnen machen zu dürfen.

Da ist der fiktive Brief an ein imaginäres Model wiederum äußerst erfrischend. Für mich ist das Fazit aus allem im Grunde dieses Foto mit der entscheidenden Aussage: Don’t let the system get you down!

UPDATE: Ein paar inhaltliche Fehler korrigiert. Danke für den Hinweis, Frau K. 🙂