Und nun die ganze Wahrheit

Ein aufmerksamer Leser meines Blogs hat gefragt, ob es sich bei der Camera, mit der ich die Fotos aus dem Mittelalter gemacht habe, um die neue Nikon D800 handelte. Ich bedauere das sagen zu müssen, aber: Leider nein. Bei Preisen um 3000 – 3500 Euro ist mir das für mein Hobby dann doch etwas zu viel, obwohl das Modell durchaus sehr interessant wäre.

Wir alle kennen die Legende der Motivklingel. Diese soll dem Fotografen einen zeitnahen Hinweis geben, wann er/sie abzudrücken hat, wenn im Sucher gerade ein interessantes Motiv auftaucht. Eine Steigerung dieser Automatik könnte irgendwann mal dafür sorgen, dass bei einem Bildaufbau nach den üblichen Regeln automatisch ein Foto gemacht wird. So wird die notwendige Interaktion über den Fotografen vermieden, denn die Automatik kann viel schneller reagieren als der Mensch. Die Folge wären viel mehr bessere Fotos.

Hier ist ein aufschlussreicher Artikel zur Motivklingel, der zwar schon ein paar Jahre alt ist, aber auch heute immer noch aktuell. Über eine Entdeckung dieses Phänomens in „Real Life“ hat Ralf Gosch in seinem Blog ebenfalls berichtet. Es ist also keineswegs mehr ein neues Phänomen.

©iStockphoto.com/PeskyMonkey

Die Motivklingel ist jedoch, wie in dem Artikel der Fotoschule dargestellt, keineswegs risikolos, und die dort erwähnten im Regen stehenden Models sind sicher auch nur die Spitze des Eisberges gewesen. Canonikopus ist daher einen anderen Weg gegangen. Anstatt sich ganz auf die Technik zu verlassen, versuchte man den Weg der Interaktion mit dem Fotografen weiterzuverfolgen. Deren neue Camera wird mit dem KI-Automatikprogramm „Interactive Creative Mode“ eine neue Ära des Fotografierens einleiten. Über dieses Programm ist derzeit noch wenig bekannt, stellt es doch in der Branche ein echtes Novum dar. Das wenige, was ich darüber sagen darf, will ich dennoch gern mit euch teilen.

Ich habe die Fotos mit dem brandneuen Modell „Canonikopus One-Click“ gemacht, das ich als Beta-Tester exklusiv erhalten habe.

Technik

Kernstück dieses neuen Automatikprogrammes ist eine drahtlose Verbindung der Camera zu ihrem Träger per schwachenergetischem Kurzstreckenfunk. So wird vermieden, dass mehrere Camera-User-Paarungen sich gegenseitig stören. Die Verbindung wird über einen als Adapter fungierenden Zahn realisiert. Dem Vernehmen nach soll der Zahn eine bläuliche Färbung erhalten, es sind jedoch auch andere Farbtöne wie zartrosa im Gespräch. Andere Stimmen wiederum behaupten, dass dies wohl eher die Damenwelt ansprechen würde, welche aber angeblich über ein biologisches Intuitivprogramm verfüge. Da dies aber noch nicht abschließend geklärt ist, wird wohl noch weitere Forschungsarbeit zu leisten sein.

In die Camera wurde mittels hochkomprimierter Algorithmen ein Bilderkennungsprogramm integriert. Dieses „kennt“ die üblichen Bildgestaltungsregeln und bewertet sie binnen Millisekunden auf einer Skala von 0 bis 100 %. 0 % Bildqualität stehen dabei für ein Bild, das keinen erkennbaren Bildaufbau hat, während 100 % für ein perfekt nach allen Regeln der Kunst gestaltetes Bild stehen. Wie wir sehen können, unterschiedet sich der Interactive Creative Mode deutlich von der trivialen Motivklingel, denn er berücksichtigt nicht nur die Existenz eines interessanten Motivs irgendwo im Bild, sondern platziert dies auch noch z.B. in den Goldenen Schnitt.

Praktische Anwendung

In der Praxis funktioniert das dann so: Zahnschmerzen beim Anvisieren eines Motivs bedeuten dabei „schlechtes Bild“, und es geht darum, die Schmerzen beim Betrachten des Bildschirms auf ein Minimum zu reduzieren. Dann löst man aus.

Im „Lomo“-Modus, den die Kamera ebenso unterstützt, geht es darum, die Zahnschmerzen auf ein maximales Level zu bringen, bevor man auslöst.

Wie man leicht sehen kann, geschieht auch hier fast nichts mehr in der Kamera. Diese stellt lediglich eine automatisierte Einschätzung zur Verfügung. Die wichtigen Entscheidungen fallen alle im Kopf des Fotografen. Ein geradezu revolutionäres Konzept, das sicherlich noch für viele Innovationen sorgen wird 🙂

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