Das Ende von Germany

In den letzten Jahren ist auffällig, dass mehr und mehr Wahlplakate nur das Foto des Kandidaten, seinen Namen und den seiner Partei zeigen. Respektive selbstverständlich “Kandidatinnen”, “ihren Namen”, “ihrer Partei“. Und bevor ich auch noch “Wahlplakatinnen” hinzufüge, lasse ich das jetzt lieber und schreibe wie bis vor längerem noch üblich nur noch in der maskulinen Form. Ist doch eigentlich auch ok, gilt doch für Frauen immer mehr das “Männliche” als “in”. Aber zurück zu den Wahlplakaten.

Seltener sind Plattitüden wie “Für Morgen” oder “Alles was zählt!”. Wer nichts verspricht, braucht auch hinterher nichts zu halten. Vielleicht am deutlichsten für den Zeitgeist war: “Die Optik machts”. Ein Politiker muss also gut aussehen, natürlich auch sein weibliches Pendant! Letzteres vielleicht ganz besonders, denn Männer können ja besser gucken als denken. Da verwundert es, dass es nicht mehr Frauen in der Politik gibt. Genügend Auswahl an hübschen Frauen gibt es ja weiß Gott in diesem unserem Lande. Vielleicht – Frauen sind ja viel intelligenter als Männer – sind diese nicht nur zu hübsch, sondern auch zu intelligent für eine politische Karriere. Obwohl, einige Frauen gibt es ja in der Politik … Allerdings sollte man Intelligenz und Cleverness nicht verwechseln.

Die Erfahrung lehrt uns: Was zu Beginn am lautesten dementiert wird, ist oft sehr nahe an der geplanten Realität. Da soll es Leute geben, die den Linksverkehr auf der “Insel” massiv ablehnen und groß tönen “ich werde nie die linke Seite benutzen”, und dann prompt, wenn sich die Gelegenheit bietet, den Sommerurlaub in Südengland buchen. Linksverkehr ist auch sowas wie Zeitgeist. Aber wer Begriffe wie “Wahl-Kampf” oder “politischer Gegner” prägt, scheint ohnehin an Realitätsverlust zu leiden. Ja “an”, denn “darunter” leiden immer nur andere.

Zur Bundeswehrzeit lästerten wir gern:

Warum hat die Bundeswehr das Y auf dem Nummernschild?

Na, das ist das Ende von “Germany”!

Ja, es gibt schon merkwürdige Buchstaben im Alphabet.

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