Tag 6 — Etwas Regen, kaum Sonnenschein

Warum es ausgerechnet jetzt regnen muss, nachdem sich die Tage zu Beginn unseres Hierseins so gut anließen, wird wohl nur Zeus persönlich beantworten können. Wahrscheinlich sitzt er in seiner Höhle im Ida-Gebirge und lacht sich in’s Fäustchen, dass er den Touristen mal wieder ordentlich die Suppe verhagelt hat. Der soll sich nur wundern, es ist gerade mal Vorsaison! Also halt die Klappe, Zeus, und mach Sonne, aber zack! Oder sollte ich sagen ζακκ-ζακκ!

Es funktioniert nicht. Na gut, ein bisschen. Der Regen hat aufgehört, warm genug ist es inzwischen, so dass ich mein Tablet mit auf die Terrasse nehme und weiterschreibe. Frank Schätzings „Breaking News“ wandern für’s Erste wieder in’s Regal. Selbst die wummernden Geräusche aus dem Haus auf dem Berg, von manchen Leuten vermutlich „Musik“ genannt, sind verstummt. Die Erinnerung daran vermischt sich in meinen Gedanken noch mit dem im Roman beschriebenen Kriegsgetöse, und weit davon entfernt schien es auch nicht zu sein. Doch die Vögel zwitschern fröhlich weiter, als ob ihnen nicht einmal das Wetter die Laune verderben könne. Die Wetter-App behauptet, es seien 19° und Regen, was, bezogen auf die Temperatur, stimmen mag. Den Regen gibt es im Moment sicher woanders.

Die Reinigungskräfte säubern den Pool. Sie benutzen dazu eine Art Staubsauger an einem armdicken langen Schlauch, mit dem sie über den Boden des Pools fahren, um die Blätter, Blüten und Insekten zu entfernen, die das Pech hatten, die Luft-Wasser-Grenze zu überschreiten. Ob Insekten und Vögel sich auch über das Wetter Gedanken machen? Oder nehmen sie es einfach hin, weil es wichtigeres im Leben gibt? Fressen, singen, zwitschern, Partner finden, kleine Vögel machen?

IMG_20140519_160618Apropos „wichtigeres“: Heute Nachmittag war erstmal Shopping angesagt. Nun würde man denken, die Damen hätten massenweise Klamotten in’s Ferienhaus geschleppt. Dabei war ich der einzige, der dabei einen Ledergürtel abgeschleppt hat. Und von einer Verkäuferin, die doppelt so dünn war wie ich die Erklärung erhielt, welche Richtung auf dem Gürtel „abnehmen“ bedeutet 🙂 Ein Foto von einem Einheimischen habe ich noch gemacht, aber ich glaube, das war nur ein Fake.

Abends dann gemeinsames Kochen. Ob es nun kretisch, griechisch oder einfach nur juvelinisch war, vermag keiner von uns zu sagen, aber es riecht schon mal gut. Währendessen probierten wir den von einem einheimischen Händler empfohlenen Ouzo, der wirklich angenehm mild und aromatisch schmeckte. Der Mavrodaphne (Mαγροσαφνι) schmeckt ebenfalls vorzüglich obwohl die Flasche nur 2,30 € gekostet hat. Andere Sachen wie z.B. das Yoghurt für den Tsatsiki sind erheblich teurer. Und die Kartoffelspalten sollte man schon nach einer halben Stunde umdrehen.

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