Oh mein Gott, wie bin ich bloß hier reingeraten? Lauter kleine silberne Kästen, einer komplizierter als der andere, jeder anders zu bedienen, aber die wirklich wichtigen Dinge sind dabei kaum zu finden – wenn sie überhaupt existieren.
Dabei fing alles ganz harmlos an. Im Fotoclub war von ein paar Gästen der Wunsch zu hören, es müsste ihnen doch endlich mal jemand ihre Camera erklären. Diese Dinger seien ja so kompliziert! Na gut, als hilfsbereiter Mensch sagt man nicht nein. Ein paar gleichermaßen vom Pfadfindergedanken beseelte Fotofreunde finden sich schnell, und so wird in der spontan gegründeten Kleingruppe flugs ein Seminarkonzept ausgeheckt. Auch Blende, Verschlusszeit, Weißabgleich und vielleicht noch ein paar andere “Basics” sollen gleich zur Sprache kommen, wenn die Kundschaft schon Lernwilligkeit demonstriert. Die Gelegenheit ist günstig, es gibt viel zu tun. Schließlich fühlt man sich ja schon einem gewissen gemeinnützigen Auftrag verpflichtet, auch wenn man kein “gem. e.V.” ist. Und soooo schlimm können diese kleinen Dinger ja auch nicht sein, wo man doch die komplizierte Spiegelreflexcamera aus dem Effeff beherrscht, samt in der Mittagspause eiligst durchgelesener Bedienungsanleitung – na sagen wir lieber “überflogen”. Wir Überflieger halt
Gesagt – getan. Die Ankündigung ist schnell geschrieben, Homepage und Zeitung informiert. Da werden schon ein paar Leute kommen, aber so viele sicher nicht. Die meisten sind ja, das gestehen wir uns frustrierterweise schnell ein, doch nur an schnellen Knipsbildern im Vollautomatikmodus interessiert. Doch erstens kommt es anders, und zweitens …