Deltha-Runde

Wie benennt man Wanderwege, die jemand mal entdeckt hat, und die keinen offiziellen Namen haben? Da muss man sich was einfallen lassen, und so kommen die kuriosesten Namen zustande. Die Deltha-Runde ist so einer.

ahnatal-pano-web

Der Name ist irgendwann mal aufgekommen, ich weiß beim besten Willen nicht, wer ihn erfunden hat. Er ist sicher aufgrund der Tatsache entstanden, dass der Ausgangspunkt auf dem Parkplatz hinter dem Deltha-Fitness-Club in Ahnatal-Weimar liegt. Aber damit hat es sich auch schon, einen weiteren Zusammenhang gibt es nicht.

Ausgangs- und Endpunkt: 51.3633611N 9.4126169E

Mit der Karte in diesem Artikel sollte es leicht sein, der Route zu folgen. Zunächst geht es an der Bahnlinie (RT4) entlang bis zu der Brücke, die diese überquert. Dort halten wir uns links und gehen leicht bergauf über einen mäßig befestigten Feldweg (Schotter). Auf einem asphaltierten Weg biegen wir dann nach rechts ab und folgen diesem.

Unterwegs gibt es für die Hunde sehr viel Auslauf. Es handelt sich weitgehend um landwirtschaftliches genutztes Gebiet, so dass gelegentlich auch mit entsprechendem Verkehr gerechnet werden muss. Der Weg quert zweimal die Ahne und verläuft in der zweiten Hälfte in weiten Bereichen an dieser entlang. Hier können die Tiere im Wasser spielen, was besonders im Sommer für Abkühlung sorgen dürfte.

Deltha-Runde
Karte: Mapnik, © OpenStreetMap contributors, Lizenz

Hundewanderungen

Das Wandern mit Hund ist natürlich fast immer möglich, doch ein einigermaßen artgerechtes Wandern beinhaltet auch, dass der Hund in weiten Bereichen frei laufen darf. Das ist in der Natur zwar theoretisch immer möglich, aber leider nicht immer erlaubt. Da zum Familienkreis inzwischen auch ein Schäferhund gehört, ist das Thema für uns zu einer gewissen Bedeutung gelangt.

Beim Wandern mit Hund geht es mir persönlich darum, dass alle Beteiligten etwas davon haben. Wie schon gesagt, soll der Hund seine typischen Verhaltensweisen möglichst ausleben können, sofern das weder andere stört, noch z.B. Jungtiere Schaden nehmen. In gewisser Weise orientiert sich dies an dem skandinavischen „Jedermannsrecht“, dessen Grundphilosophie lautet „nicht stören, nichts zerstören“. Aber auch ich möchte etwas davon haben, seien es hübsche Ausblicke (mit entsprechenden Fotos), oder Geocaching, oder einfach ein angenehmer Spaziergang durch die Natur.

Aus diesem Grunde habe ich die neue Kategorie Hundewanderungen geschaffen, unter der ich einige Artikel vorbereitet habe. Ich möchte dazu sowohl das organisatorische Umfeld beschreiben, als auch Tipps für Wanderungen geben, die Mensch und Tier gleichermaßen genießen können. Mal sehen, was daraus wird.

Günter Klößinger: Blüten aus Babylon

Blüten aus Babylon„Mitten in die Geschichte rein“ war mein erster Gedanke, kaum dass ich den ersten Satz vollständig gelesen hatte. Doch ich sollte mich irren. Und auch wieder nicht.

Es ist nur das Vorwort, „nur“ sage ich, obwohl Günther Klößinger zunächst mit einem wichtigen Bekenntnis beginnt. Es hat nämlich 13 Jahre gedauert, bis überhaupt ein Leser denken kann „mitten in die Geschichte rein“. Eine lange Zeit für einen Roman, und eine angenehme Ehrlichkeit des Autors. Das macht ihn gleich etwas menschlicher. Das, und die Tatsache, dass er in Kaufungen lebt.

Im Grunde ist die Sache mit einem Buch ja immer mehrschichtig. Da ist der Autor, der einen Roman schreibt, und zugleich das Buch seines Lebens um eine weitere Seite bereichert. Da sind die Figuren aus dem Roman, die ein Eigenleben entwickeln und mit denen man sich als Autor anfreundet. Dann ist da der Leser, der mit seiner Fantasie den Figuren aus dem Roman Raum gibt, der sie durch seine Vorstellungskraft überhaupt erst dreidimensional macht. Und dann sind da manchmal auch verrückte Zusammenhänge innerhalb des Romans, die sich dem Leser erst viel später erschließen. Sehr viel später.

Im Grunde bin ich froh, die beiden Rezensionsexemplare von „Blüten aus Babylon“ und „Schnee von gestern … und vorgestern“ gleichzeitig erhalten zu haben. Denn noch eine Sache ist an diesen beiden Romanen ungewöhnlich: Der zweite Band erschien vor dem ersten.

Als Hauptperson (wenn man das so sagen darf) haben wir Inspektor Prancock, vermeintlich „steifärschiger Brite“, wenn ich an dieser Stelle mal James Bond zitieren darf (bitte verzeihen Sie den Bezug auf die Konkurrenz, Herr Klößinger!). Abgesehen von der gemeinsamen Herkunft ist das aber auch schon die einzige erwähnenswerte Gemeinsamkeit. Diesen Prancock hat es aus nicht genannten Gründen in eine ebensowenig genannte gemütliche Kleinstadt verschlagen. Seine Manieren sind nicht die eines typischen Gentlemans, was ihn wohltuend (weil durchaus realistisch beschrieben) von den literarischen Vorbildern abhebt, die dem Leser eventuell in den Sinn kommen. Er hat Probleme im Privatleben, Probleme mit der Presse (es sei denn, sie schreiben ihn in den Himmel), Probleme mit Kollegen und damit, seinen Vornamen zu verraten. Kein Vorzeigebrite also, aber in gewisser Weise durchaus ein Vorzeigebulle. Seine Methoden sind zwar eigenwillig, aber seine Erfolge legendär.

„Pranke“, wie er zumeist genannt wird, hat eine Frau und eine Tochter, und mit beiden — wen wundert’s? — kommt er nicht besonders gut klar. Von ersterer ist er inzwischen geschieden, mit letzterer lebt er zwar unter einem Dach, doch nicht in der selben Welt. Und gerade dies führt ihm sein hübsches Töchterchen sehr kreativ vor Augen. Doch ich will nicht zu viel verraten. Zur Zeit befinde ich mich gerade am Übergang vom ersten zum zweiten Drittel. (Nicht dass das romantechnisch gesehen irgend etwas bedeuten würde!) Da gibt es zwar eine Menge offener Enden, aber noch lange kein erkennbares System, das eindeutig zu einem sinnvollen Ende führen würde. Klar, man hat als Leser so seine Vorstellungen, aber gottseidank kann ich hier und jetzt noch nichts verraten, weil ich einfach noch nichts weiß.

Es gibt eine Reihe von Charakteren, die wunderbar detailliert eingeführt wurden, deren Eigenheiten von Klößinger akribisch und sprachlich sehr eloquent beschrieben werden. Ein paar lustige Ähnlichkeiten zu bekannten Marken (wie z.B. „Asberg steinalt“) würzen die Geschichte. Man kann sich gut in die Leute hinein versetzen, abgesehen von zweien, über die ich mir im Moment noch nicht so ganz im klaren bin. Aber das wird schon noch, da bin ich sehr hoffnungsfroh.

Vorläufiges Fazit: Es lässt sich gut an, und das ist genau das, was ich von einem Krimi erwarte. Manch einer mag sagen, das sei zu langatmig, aber wie im richtigen Leben kommt es oft auf die Kleinigkeiten an! Meine Empfehlung daher: Kaufen, lesen, mitraten!

Günter Klößinger: Blüten aus Babylon
epubli GmbH, Berlin, 2016
Paperback, 415 Seiten
Homepage, Bücher.de

 

Abschied nehmen

Ich sitze auf den Stufen unseres Ferienhauses, tippe diese Zeilen in das Smartphone. Das Auto ist gepackt und ich warte darauf, dass alle fertig sind. Der Wind pfeift mir um die Ohren, der Himmel öffnet sich und die Sonne schaut hervor wie zu einem letzten Gruß. Das dunkle Wasser des Sees kontrastiert mit dem saftigen Grün der Wiese, dahinter das Haus am anderen Ufer, von einem einzelnen Sonnenstrahl erhellt.

Jeder Blick über den See könnte der letzte gewesen sein. Doch ich bin zufrieden.

Abschied nehmen, um wieder zu kommen. Irgendwann.