Graulockes Nachfahren

20140516_200420Vielleicht war es Graulockes Einfluss, der diesen Katzenschlag auf Kreta hervorgebracht hat. Zumindest war es deutlich, dass “Löckchen” sich stets in der Nähe unseres Pools herumgetrieben hat. Möglicherweise hat die Erinnerung an die Geschichten ihrer Großmutter sie vor allzu großem Abstand zum Wasser bewahrt. Wir hatten keinen Hochseesegler im Pool, aber die Luftmatratze mag Erinnerungen wachgerufen haben.

Leider war Löckchen zu ausgehungert, als dass sie Muße gehabt hätte, mit uns zu reden. Doch irgend etwas an ihr ließ mich glauben, dass sie nicht ohne Grund zu uns gefunden hatte. Auch wenn ich an dem Abend keine neuen Geschichten aus Rotbarts Zeiten zu hören bekam, eine gewisse Vertrautheit war vorhanden und wurde von meiner Familie mit ordentlich Futter belohnt. Was könnten die streunenden Katzen auf Kreta noch alles erzählen, wenn sie nur einen Weg finden würden, Vertrauen zu den Menschen zu fassen? Viel zu oft müssen diese Vierbeiner schlechte Erfahrungen gemacht haben, so dass es lange braucht, bis sie sich Menschen freiwillig nähern.

Spannende Katzengeschichten findest du übrigens auf http://rotbartsaga.com/

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Ein Nachmittag im Bergpark

Blick über KasselEs ist eine besondere Art der Stimmung im Bergpark. Mich umfasst eine Ruhe, eine Stille, die sich nur schwer mit Worten beschreiben lässt, eine innere Stille. Vom Lac schleicht sich Gitarrenmusik und Gesang an mein Ohr, auch das gehört zu dieser Art Stille. Das Knirschen der Schuhe, die über den Kies laufen. Es klingt anders, wenn ein Radfahrer darüber fährt, gleichmäßiger. Ein Paar hält sich in den Armen, eine Gruppe Touristen lauscht dem Reiseführer, aber sie sind zu weit weg. Zu weit für ein Foto, und zu weit weg um die Worte zu verstehen. Kinder spielen im Gras.

Ich drehe eine kurze Runde um die Schlosswiese, vorbei an dem Teich, an dem in den Sommermonaten die Fontaine den krönenden Abschluss der Wasserspiele bildet. Die Sonne scheint, es ist mild, ein richtiger Altweibersommer. Zwar frischt der Wind gelegentlich auf, aber er flaut schnell wieder ab, zwischen den Wolken am Himmel drängt sich die Sonne zaghaft durch. Ein Mann kriecht förmlich in einen Rosenstock am Gewächshaus hinein, die Camera am Auge auf der Suche nach der ultimativen Makroaufnahme.

Fotomotive gäbe es zu Hauf, aber ich beschränke mich auf nur wenige. Ein oder zwei noch nicht versuchte Perspektiven vom Tempelchen mit zwei sich jagenden Enten, eine HDRI-Aufnahme von einer anheimelnden Stelle zwischen zwei Bäumen. Noch weiß ich nicht, was daraus geworden ist, auch wenn dies zu Zeiten der Digitalfotografie seltsam klingt. Aber die Erfahrung zeigt, dass sich das Bild auf dem kleinen Monitor der Camera nicht sehr gut beurteilen lässt. Dabei versuche ich seit längerem, so viel wie möglich “out-of-the-box” zu fotografieren. Ich merke, dass ich mir mehr Zeit für meine Fotos nehme, und dass es mir gut tut.

In der Höhe rauscht ein Flugzeug.

Da sind immer noch die leisen Stimmen im Hintergrund im Cafe direkt am Schloss, präsent, doch keineswegs störend. Ich lasse meinen Blick über die Szenerie schweifen und denke … nichts. Einfach nichts.

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Rotbart-banner

Erfolgreicher Stapellauf der MS Rotbart

Wie ich eben aus zuverlässiger Quelle (Facebook) erfuhr, ist die Neuerscheinung “Rotbartsaga. Das Vermächtnis des Kapitäns Carl Carlszoon” nun bestellbar. Unten findet Ihr ein paar Ausschnitte, die von einem ausgesprochen liebevollen Layout zeugen.

“Mein Dosenöffner”, so Kater Benno alias Großtatze in einem eben geführten viertuellen (Benno, Wolfgang Schwerdt, Sehfahrer und vermutlich Rotbart im Hintergrund) Interview, “hat gerade mit der Druckerei telefoniert. Dosi sagte, die Sponsorenbücher sollen noch im Oktober bei den Unterstützern eintreffen.”

Wenn Euch das Lesen genau so viel Spaß macht, wie mir während der Layoutphase, dann wird niemand den Kauf bereuen! Also auf an die Tasten und fleißig bestellt!

Liebe Grüße

Der Sehfahrer

… und ein herzliches Miau an alle felinen Helfer!

UPDATE: Amazon-Bestell-Link

 

Rotbartsaga - Ausschnitte

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Carlszoons Speicher

Mut und Entschlossenheit

qr-rotbartWie vor einiger Zeit berichtet arbeitet Wolfgang Schwerdt, ein bekannter Autor aus dem Werraland, an einer Biographie über einen ungewöhnlichen Zeitgenossen. Er musste dazu in alten Unterlagen kramen, gelangte auf abenteuerliche Weise ins Amsterdam des 17. Jahrhunderts und sogar bis nach Amerika in das geheimnisvolle Mystic County. Ihr könnt euch vorstellen, dass das alles recht mühsam war, denn natürlich musste er das Material nicht nur finden, sondern auch ordnen und manchmal auch überhaupt erst einmal verstehen.

… irgendwo an der Küste, nahe der Mündung des Mystic River am Zugang zum Long Island Sund musste der Ort zu finden sein, an dem sich Carl Carlszoon wohl zur Ruhe gesetzt hatte. Die Region, in der sich Carls Hütte — falls es die überhaupt noch gab — demnach befinden sollte, umfasst immerhin rund 900 Quadratkilometer. Ohne einen etwas konkreteren Hinweis ergab es einfach keinen Sinn, vor Ort danach zu forschen.

Aber bleiben wir im Hier und Jetzt. Die “Rotbartsaga” ist eine Romanserie, deren erster Band “Das Vermächtnis des Carl Carlszoon” in Kürze vorliegen wird. Seien wir offen: Im Kern geht es um einen Behinderten und Verkrüppelten. Trotz aller Defizite nimmt er seinen Dienst sehr ernst und vollbringt beeindruckende Leistungen. Natürlich hat er seine Höhen und Tiefen, aber die Tatsache, dass er von Freunden umgeben ist, hilft ihm über depressive Phasen hinweg. Er lebt, hat Spaß, zeugt Kinder, verliert Freunde und gewinnt neue hinzu. Und auch umgekehrt ist er seinen Kumpanen stets ein zuverlässiger Freund und manchmal sogar Lebensretter. Ein ganz normales Leben also. Das ungewöhnliche daran ist vielleicht nicht einmal, dass ihm das alles gelingt. Nein, bemerkenswert ist eigentlich nur eines: Rotbart ist ein Kater.

Schiffskatzen hatten auch im 17. Jahrhundert eine verantwortungsvolle Aufgabe für Schiff und Besatzung zu erfüllen. Wenn sie das mit Mut und Engagement taten, wurden sie wie Rotbart zu Legenden, deren Geschichten man sich unter Menschen und Katzen in den Hafenspelunken und auf Schiffskatzentreffs in der ganzen Welt erzählte. Einige dieser Geschichten werden in diesem Buch vorgestellt. Aber eigentlich geht es darum, wie alles begann.

Dass den Tieren der Rotbartsaga Worte in die Mäuler gelegt werden, bedarf fast keiner Erwähnung. Tierfreunde wissen um die Kommunikation untereinander, was auch die Menschen mit einschließt. Für mich war die Beschäftigung mit dem Buch sehr reizvoll. Es gab Stellen, an denen ich ein “typisch Katze” vor mich hinmurmelte, andere, bei denen mir die Tränen kamen.

Aber auch die geschichtliche Seite kommt nicht zu kurz. Auch wenn es sich größtenteils um erfundene Figuren handelt, waren einige davon doch real zur damaligen Zeit. Auch die Hintergrundgeschichte ist absolut real, so dass der Leser nebenbei auch etwas über die Vergangenheit erfährt.

Wer sollte die Rotbartsaga lesen?

Groß und klein, dick und dünn, alt und jung, es gibt meiner Ansicht nach keine Gründe, es nicht zu tun. Tierliebe Menschen ebenso wie solche, die Tiere als Sache betrachten. Gerade letztere mögen vielleicht ins Nachdenken kommen. Menschen mit und ohne Behinderung und auch Menschen, die Behinderte als minderwertig betrachten. Auch hier stünde das Nachdenken an erster Stelle. Kurz gesagt: Alle sollten die Rotbartsaga lesen. Es wird sie als echtes Buch und als eBook geben. Sobald es veröffentlicht ist, erfährst du es natürlich hier.

Inzwischen ist der erste Band der Rotbartsaga fast fertig. Wolfgang Schwerdt gibt ihm den letzten Schliff, und wenn alles glatt läuft, wird Rotbart in kurzer Zeit vom Stapel gelassen. Währenddessen wird der Autor nicht müde, weiteres Material zusammenzutragen. Das Stöbern (engl. “browse”) im Netz bringt sicher so manche Überraschung zu Tage, ebenso wie es Wolfgang ging, als er Carls Speicher durchwühlte.

Carlszoons Speicher

Alle Zitate und Bilder sind (C) Wolfgang Schwerdt und sind mit freundlicher Genehmigung aus seinem neuen Roman “Rotbartsaga, die Abenteuer eines legendären Schiffskaters — Teil 1: Das Vermächtnis des Carl Carlszoon” entnommen.

 

 

 

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