Mein 20.000er Tag in Freiheit

Schon früh am ersten Tag wurde ich in die Welt hinaus entlassen, es geschah dem Vernehmen nach morgens gegen 8 Uhr. Ich habe in dem Bauch meiner Mutter schlimme Dinge erlebt, bis hin zu Blähungen und dem permanenten Magengrummeln wegen schwangerschaftsbedingter Hungeranfälle. Wen kümmert’s?

Aber wenn eine Fußball-Größe wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe in’s Gefängnis gehen muss (etwas, das im Grunde jedem rechtskräftig Verurteilten droht), dann nimmt man großen Anteil an dem „armen“ Mann, der sichtlich gebeugt vorzeitig aus der Haft entlassen wird, weil er dort schlimme Dinge erlebt hat. Er wurde beobachtet und beim Tischtennis gefilmt! Das kann schon traumatöse Zustände auslösen, wenn jemand es gewohnt ist, im Rampenlicht des Stadions zu stehen. Eine Kugelschreibercamera, wie erniedrigend! Ein Smartphone der Oberklasse wäre doch das Mindeste gewesen, besser noch gleich die große Camera im Studio!

Mein Gott, der arme Uli Hoeneß!

Denken Sie selbst!

Dieses Blog sollte sich ursprünglich (nur) der Fotografie widmen. Dann kam auch ein wenig „Kunst“ dazu, zumindest während der dOCUMENTA(13). Außerhalb dieser großen Ausstellungen bin ich eher der Kunstbanause. Nicht, dass ich etwa zur documenta plötzlich etwas davon verstehen würde! Kunst hat für mich eigentlich nur einen Zweck: Die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Und Nachdenken ist etwas, das viele von uns viel öfter tun sollten.

Ich möchte eigentlich nicht politisch werden, aber in der aktuellen Situation kann man fast nichts sagen oder schreiben, ohne irgendeinen Bezug zu den Ereignissen aus den Medien herzustellen, gewollt oder ungewollt. Insofern hat natürlich auch der Titel dieses Blogposts etwas mit Politik zu tun. Die Piratenpartei bringt es mit einem simplen Plakat auf den Punkt. Darauf steht, neben dem Namen der Partei, nur eines: „Denken Sie selbst!“ Oder so ähnlich.

Jemand, der dies tut und auch darüber redet, ist Hans Evers. Er hat Anfang November mit einem Video-Blog begonnen, in dem er zu aktuellen Ereignissen Stellung bezieht. Der Küchenkommentar spart nicht mit Kritik, bleibt dabei aber sachlich. Er meckert nicht nur rum, sondern gibt auch Lösungsansätze. Aus seiner Sicht natürlich, aber immerhin. Da ist also jemand, der was zu sagen hat.

Aber Vorsicht, liebe Netzgemeinde! Die Videos sind im Schnitt etwa eine Viertelstunde lang! Also deutlich mehr als die übliche 10-Sekunden-Aufmerksamkeitsspanne, die viele Menschen inzwischen gewohnt sind. Das ist nichts zum Konsumieren, sondern zum Partizipieren!

Lasst euch darauf ein, schaut es euch an, und bildet euch eine (eigene!) Meinung. Es lohnt sich.

Fernwehfestival 2016

Am kommenden Wochenende (23. – 24. Januar 2016) steht mal wieder das Göttinger Fernwehfestival an, das dreizehnte diesmal. Egal ob Unglückszahl oder nicht, ich gehe auf jeden Fall hin!

Am Samstag um 20 Uhr steht Michael Martin mit „Planet Wüste“ auf dem Programm. Dieser Vortrag dürfte schnell ausverkauft sein, also nix wie hin und Karten vorbestellen!

Alle notwendigen Informationen gibt es wie üblich auf www.fernwehfestival.de.